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#55

Ich bin vertieft in meine Arbeit, ich arbeite in Excel, irgendwas mit Zahlen, mein Nacken schmerzt. Plötzlich stehen zwei Herren in dunklen Anzügen hinter mir. Sie tragen je einen Aktenkoffer und fragen, ob ich ich sei. Meine Chefin hebt die Augenbrauen, als ich mir mit der Antwort zuviel Zeit lasse, schließlich antworte ich: Ich? Äh, ja. Ob ich ein paar Minuten hätte, fragen sie, unter sechs Augen, bitten sie, am besten in einem Separee, ich verstünde schon .

Als ich die Tür hinter ihnen und mir schließe, streckt mir einer beide Hände zum Gruß entgegen, während der andere anfängt, meine Schulter zu tätscheln. Sie möchten mich beglückwünschen, sagen sie, heute sei mein Glückstag, ich solle mich lieber setzen. Ich setze mich. Sie bleiben stehen und knallen die beiden Koffer vor mich auf den Tisch, ich zucke zusammen. Ob ich mich an das Los erinnern könne, dass ich gekauft hätte, im Zeitschriftenladen am Bahnhof, letzten Dienstag gegen drei. Ich starre auf den kleinen Riss im Deckenputz, während ich überlege. Hm-hm, mache ich dann. Nun, dieses Los hätte gewonnen, und zwar den Jackpot, es hätte alles seine Richtigkeit, die beiden Herren hätten das mehrmals geprüft.
Irritiert suche ich nach einem Lächeln in den Gesichtern der Männer, aber da ist keins. Ich will mich vergewissern, dass das kein Scherz ist, aber statt einer Antwort höre ich nur: Klack-klack. Die Koffer werden geöffnet: Scheine, Münzen, Schmuck, Aktien, eine Lebensversicherungspolice, Edelsteine. Ich fange an zu Lachen. Die Herren machen ernste Gesichter und schieben die beiden Koffer zu mir herüber. Alles für Sie. Alles für mich? Sie nicken. Ich fange an, mich zu freuen.

Ich springe auf um meinen Kollegen zu erzählen, was passiert ist. Die Herren versuchen, mich aufzuhalten, aber es gelingt ihnen nicht. Meine Kollegen und ich liegen uns in den Armen: Wir freuen uns.

Als ich den Raum wieder betrete, um die beiden Koffer zu holen, machen die Herren noch finstere Minen als vorher. Ich frage, was sie nur haben und sie fragen zurück, wie ich mir denn vorstelle, die Koffer nach Hause zu bekommen. Ich sei nur mit dem Fahrrad, das hätte nicht einmal einen Gepäckträger. Nachdem nun aber alle meine Kollegen Bescheid wüssten, könnte ich die Koffer ja aber keinesfalls über Nacht hier lassen. Das Rad allerdings auch nicht, nicht in diesem Viertel. Tja, das hätte ich mir besser überlegen sollen, sagen sie. Von der offenen Tür her drängen meine Kollegen in den Raum.

Dann wache ich auf.