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#7

Ich bin dankbar, dass Stephané die Zitronenscheibe genau auf das tote Auge der riesigen gebratenen Forelle gelegt hat, vorm leeren Blick hatte ich mich am meisten gefürchtet. Mit dem Fischessen ist es aber wie mit dem Radfahren: Man verlernt es nicht. Mit geübten Handgriffen – Kopf ab, Schwanz ab, Gräte raus – filetiere ich den Fisch, mit Lust und Genuss fresse ich ihn, er schmeckt nach Salz, Butter & Zitrone. Der traurige Salat, lamentiert von wegen drei Jahren Veganismus, ich rülpse, er schweigt. Die Zigarette danach zünde ich am falschen Ende an, kein Wunder, ich bin Nichtraucher.

#5

Als wir den Frühstücksraum schon verlassen haben, ruft uns die Wirtin „Momentchen!“ hinterher. Sie tritt aus einer kleinen Tür, die sich plötzlich in der dunklen Wandverkleidung öffnet und strahlt uns an. Sie lädt uns am Abend zum Verspeisen der Forellen ein, die ihr Mann heute im großen See fangen wird. Weil ich damit beschäftigt bin zu denken, dass es Forellen nur in fließenden Gewässern gibt, fällt mir nicht ein, dass ich seit Jahren keinen Fisch esse. Die Wirtin ist freundlich und schön und schweigt schon ein paar Sekunden und auch mein Mann sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Ich sage also: „Ja, danke, gerne!“ und sie sagt „Super, bis halb acht dann!“ und mein Mann murmelt kichernd „Du und Forellen, ich fass es nicht.“