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#33

Es riecht ein bisschen nach Schweiß, als der Typ aus der Kabine kommt und an mir vorbei zum Waschbecken geht. Wir sind auf einer Herrentoilette in einem Studentenclub, denke ich, wie soll der Typ schon riechen. Ich sehe, wie er versucht, sich die Hände zu waschen und er sieht wahrscheinlich, wie ich versuche zu pinkeln. Wir grinsen. Der Wasserhahn ist so eingestellt, dass nur in der Sekunde Wasser aus ihm fließt, in der man auf ihn drauf drückt. Genau dann kann man sich allerdings nicht die Hände waschen – man hat ja nur eine Hand frei. „Gar nicht so einfach mit der Hygiene, ne?“ sage ich, als ich hinter ihm am Waschbecken stehe und finde mich doof. Er sieht mich an, befeuchtet sich die Lippen, tritt einen Schritt zur Seite, hält den Hahn gedrückt und sagt: „Los!“ Ich lache und wasche mir komfortabel die Hände. Danach wechseln wir. „Das erste Mal, dass du jemandem auf dem Klo den Hahn gehalten hast?“ frage ich beim Abtrocknen und finde mich anzüglich. Er lacht laut und hat schöne Zähne.

#6

Während ich mich keuchend an einem dünnen Drahtseil gen Gipfel ziehe, muss ich lachen. Stephané, unser Wirt, beschrieb die vor uns liegende Wanderung als „normal halt, ein Berg eben, aber sehr schön“. Das mit dem sehr schön stimmt, über das normal werde ich heute Abend beim Forellenessen mi ihm streiten. Am Gipfelkreuz trage ich unsere Namen ins Buch ein, schicke Mann & Hund ein Foto auf die halbe Strecke und dann lehne ich mich zurück und warte, bis mein Schweiß getrocknet ist.